Fachbegriffe rund ums Menü verstehen
In den letzten vier Lektionen sind dir Begriffe begegnet, die du vielleicht zum ersten Mal gehört hast...
In den letzten vier Lektionen sind dir Begriffe begegnet, die du vielleicht zum ersten Mal gehört hast. In Theme-Dokumentationen, Plugin-Einstellungen und WordPress-Foren tauchen sie ständig auf. Hier bekommst du sie einmal sauber erklärt -- mit Foodblog-Kontext.
Menüstruktur
Navigation ist das Gesamtkonzept: Wie finden Besucher sich auf deiner Seite zurecht? Die Navigation umfasst alles -- vom Hauptmenü über die Sidebar bis zu verlinkten Tags am Ende eines Rezepts. Wenn jemand sagt "Die Navigation ist verwirrend", meint er meistens nicht ein einzelnes Menü, sondern das Zusammenspiel aller Wege durch den Blog.
Menü ist die konkrete Umsetzung. Eine Liste von Links, die du in WordPress unter Design -> Menüs zusammenstellst. Du kannst mehrere Menüs haben: eins für den Header, eins für den Footer, eins nur für mobile Geräte. Jedes Menü hat einen Namen, den nur du im Backend siehst.
Menüpunkt -- ein einzelner Eintrag in dieser Liste. Das kann eine Seite sein, eine Kategorie, ein individueller Link oder ein Rezept. Alles, was du per "Zum Menü hinzufügen" in die Liste ziehst, wird ein Menüpunkt.
Unterpunkt ist ein Menüpunkt, den du unter einem anderen einrückst. In deinem Foodblog könnte "Kuchen" ein Hauptpunkt sein, und darunter stehen "Torten", "Muffins" und "Cookies" als Unterpunkte. Die Einrückung passiert per Drag-and-Drop im Menü-Editor.
Dropdown-Menü entsteht automatisch, wenn du Unterpunkte anlegst. Fährt ein Besucher mit der Maus über "Kuchen", klappt eine Liste mit den Unterpunkten auf. Auf Touchscreens funktioniert das per Tap. Fast jedes Theme unterstützt Dropdowns ohne zusätzliches Plugin.
Mega-Menü geht einen Schritt weiter. Statt einer einfachen Liste klappt ein breiter Bereich auf, der mehrere Spalten, Bilder oder Themenblöcke zeigt. Für Foodblogs mit vielen Rezeptwelten kann das sinnvoll sein -- Frühstück, Mittag, Abendessen, Saisonales, alles auf einen Blick. Braucht aber entweder Theme-Support oder ein Plugin wie Max Mega Menu.
Positionen und Orte
Menüstandort ist der Platz im Theme, an dem ein Menü erscheinen kann. Dein Theme definiert diese Plätze -- du wählst nur aus, welches Menü wo landet. Ein Theme kann drei Standorte haben, ein anderes acht. Du hast das in Lektion 4 bereits gemacht.
Header-Menü ist der Standort ganz oben auf der Seite, meistens direkt unter oder neben dem Logo. Das ist die Hauptnavigation, die auf jeder Seite sichtbar ist. Hier landen deine wichtigsten Links: Rezepte, Über mich, Kontakt.
Footer-Menü sitzt am Seitenende. Hier stehen typischerweise Impressum, Datenschutz, vielleicht noch Kooperationen oder eine About-Seite. Weniger prominent, aber rechtlich wichtig und für Stammleser ein gewohnter Anlaufpunkt.
Mobile-Menü ist das Menü, das Besucher auf dem Smartphone sehen. Manche Themes zeigen mobil automatisch dasselbe Menü wie auf dem Desktop, andere haben einen eigenen Standort dafür. Wenn dein Theme einen eigenen mobilen Standort hat, kannst du dort ein schlankeres Menü zuweisen -- weniger Punkte, flachere Struktur, kürzere Begriffe.
Burger-Menü kennst du vom eigenen Handy: drei horizontale Striche, die sich antippen lassen. Dahinter verbirgt sich das mobile Menü. Der Name kommt tatsächlich daher, dass die drei Linien wie ein stilisierter Hamburger aussehen. Kein Foodblog-Witz, sondern die offizielle Herkunft.
Off-Canvas-Menü ist eine Variante des mobilen Menüs. Statt von oben aufzuklappen, fährt es von der Seite herein und schiebt den Seiteninhalt zur Seite. Wirkt aufgeräumter, braucht aber etwas mehr Theme- oder Plugin-Unterstützung.
Inhaltstypen im Menü
Taxonomie ist das WordPress-Wort für eine Gruppierung von Inhalten. Kategorien und Schlagwörter sind Taxonomien -- die beiden, die WordPress von Haus aus mitbringt. Kategorien sind hierarchisch (du kannst Unterkategorien anlegen), Schlagwörter sind flach (keine Verschachtelung). Auf einem Foodblog hast du vielleicht die Kategorie "Backen" mit den Unterkategorien "Kuchen" und "Brot".
Custom Post Type ist ein eigener Inhaltstyp neben Beiträgen und Seiten. Wenn du WP Recipe Maker nutzt, legt das Plugin einen Post Type "Rezept" an. Rezepte sind dann keine normalen Beiträge, sondern ein eigener Typ mit eigenen Feldern -- Zutatenliste, Zubereitungszeit, Nährwerte. Im Menübereich tauchen Custom Post Types erst auf, wenn du sie in den Bildschirmoptionen aktivierst. Das hast du in Lektion 3 gelernt.
Custom Taxonomy ist eine selbst angelegte Gruppierung. Wenn dein Rezept-Plugin Rezepte nach "Küche", "Gang" oder "Ernährungsform" sortiert, sind das Custom Taxonomies. Sie funktionieren wie Kategorien oder Schlagwörter, gelten aber nur für den jeweiligen Post Type. "Italienisch" ist dann keine WordPress-Kategorie, sondern ein Eintrag in der Taxonomie "Küche" deines Rezept-Plugins.
Begriffe, die oft verwechselt werden
Navigation vs. Menü
Navigation ist das Konzept. Menü ist die konkrete Umsetzung. Deine Navigation kann aus drei Menüs bestehen -- Header, Footer und mobil -- plus Breadcrumbs, plus verlinkte Kategorien in der Sidebar. Wenn jemand sagt "Bau eine gute Navigation", meint er das Gesamtbild. Wenn jemand sagt "Erstell ein Menü", meint er die konkrete Linkliste unter Design -> Menüs.
Kategorie vs. Schlagwort vs. Custom Taxonomy
Kategorien sind hierarchisch. Du kannst "Backen" anlegen und darunter "Kuchen" und "Brot". Schlagwörter sind flach -- keine Eltern-Kind-Beziehung, einfach nur Stichworte wie "schnell", "vegetarisch", "Weihnachten". Custom Taxonomies legst du nicht selbst an, sondern sie kommen von Plugins. Dein Rezept-Plugin bringt "Küche" oder "Gang" mit, und die verhalten sich wie Kategorien oder Schlagwörter, je nachdem wie der Entwickler sie gebaut hat.
Der Unterschied ist in der Praxis wichtig: WordPress-Kategorien findest du in den Bildschirmoptionen unter "Kategorien". Die Taxonomien deines Rezept-Plugins stehen weiter unten und heißen anders. Genau das war der Stolperstein aus Lektion 3.
Menüstandort vs. Menüname
Der Menüname ist das, was du beim Erstellen eingibst. "Hauptmenü", "Footer-Links", "Testmenü" -- das sehen nur du und andere Admins im Backend. Der Menüstandort ist die Position im Theme, an der ein Menü tatsächlich erscheint. Du verbindest beides, indem du ein Menü einem Standort zuweist. Ein Menü ohne Standort existiert, wird aber nirgends angezeigt. Ein Standort ohne Menü bleibt leer.
Du kannst jetzt ein Menü anlegen, befüllen, versteckte Inhaltstypen einblenden und alles dem richtigen Standort zuweisen. Die WordPress-Grundlagen für Menüs sitzen.
Wie das konkret im Foodblogliebe-Theme aussieht -- welche Menüstandorte es gibt, wie das Mega-Menü funktioniert und was bei der mobilen Navigation zu beachten ist -- erfährst du im nächsten Kurs: Navigation im Foodblogliebe Theme.
Wenn du diese Lektion gelesen hast, markiere sie als abgeschlossen.
