Oben auf Ansicht klicken: Kategorien und individuelle Taxonomien sichtbar machen
Eine unserer Kundinnen wollte ihre Rezeptkategorien ins Menü einbauen -- Frühstück, Mittagessen, Abendessen...
Eine unserer Kundinnen wollte ihre Rezeptkategorien ins Menü einbauen -- Frühstück, Mittagessen, Abendessen. Sie hatte in der vorherigen Lektion gelernt, wie man Menüpunkte hinzufügt, und wusste genau, was sie tun wollte. Aber im linken Bereich unter Design -> Menüs war keine Box für Kategorien zu sehen. Nur Seiten und individuelle Links. Keine Kategorien, keine Schlagwörter, nichts.
Sie hat uns angerufen, weil sie dachte, irgendetwas sei kaputt. War es nicht. Die Lösung war ein einziger Klick.
Wo sich die Bildschirmoptionen verstecken
Ganz oben rechts im Menübereich gibt es einen kleinen Tab. Je nach WordPress-Version heißt er Ansicht oder Bildschirmoptionen. Der Tab ist leicht zu übersehen, weil er sich visuell kaum vom Seitenhintergrund abhebt.

Wenn du darauf klickst, klappt ein Bereich auf. Dort siehst du Checkboxen für alle Inhaltstypen, die WordPress im Menübereich anzeigen kann. Und hier liegt der Punkt: Nicht alle sind standardmäßig aktiviert.
WordPress blendet beim ersten Besuch nur die gängigsten Boxen ein -- meistens Seiten und individuelle Links. Alles andere ist da, aber versteckt. Du musst es einmal manuell einschalten.
Was du dort aktivieren kannst
Die Liste hängt davon ab, welche Plugins und Einstellungen auf deinem Blog aktiv sind. Typisch sind:
Standardmäßig oft schon sichtbar:
- Seiten
- Individuelle Links
Standardmäßig oft versteckt:
- Beiträge
- Kategorien
- Schlagwörter
Nur sichtbar, wenn ein Plugin sie registriert:
- Eigene Post Types (zum Beispiel "Rezepte" bei WP Recipe Maker)
- Eigene Taxonomien (zum Beispiel "Küchen", "Gänge", "Ernährungsformen")
Aktiviere eine Checkbox, und die dazugehörige Box taucht sofort links im Menübereich auf. Deaktiviere sie, und die Box verschwindet wieder. An den Menüpunkten, die du bereits hinzugefügt hast, ändert sich dabei nichts.

Was das für Foodblogs bedeutet
Die meisten Foodblogs arbeiten mit einem Rezept-Plugin. WP Recipe Maker, Tasty Recipes, Flavor -- egal welches du nutzt, sie alle bringen eigene Inhaltstypen und Taxonomien mit. Und die sind nach der Installation erst einmal nicht im Menübereich sichtbar.
Ein konkretes Beispiel: Du nutzt WP Recipe Maker und willst "Küche -> Italienisch" als Menüpunkt. So gehst du vor:
- Öffne Design -> Menüs.
- Klicke oben rechts auf Ansicht (oder Bildschirmoptionen).
- Suche in der Liste nach Küchen (oder wie die Taxonomie in deinem Plugin heißt).
- Setze den Haken.
- Links erscheint jetzt eine neue Box "Küchen".
- Öffne die Box, wähle "Italienisch" aus und klicke auf "Zum Menü hinzufügen".
Das funktioniert genauso für Gänge, Ernährungsformen oder andere Taxonomien, die dein Rezept-Plugin mitbringt. Auch Plugins wie WooCommerce registrieren eigene Inhaltstypen -- Produkte, Produktkategorien --, die erst nach Aktivierung in Ansicht erscheinen.
Eine Einstellung, die gerne verwirrt
Die Bildschirmoptionen sind pro Benutzer gespeichert. Wenn du die Checkboxen aktivierst, gilt das nur für dein eigenes WordPress-Konto. Andere Admins oder Redakteure auf demselben Blog sehen weiterhin nur die Boxen, die sie selbst aktiviert haben.
Das führt regelmäßig zu Verwirrung. Wir hatten eine Kundin, die alles eingerichtet hatte -- Kategorien sichtbar, Taxonomien aktiviert. Dann hat ihre Assistentin sich eingeloggt und nichts davon gesehen. Beide dachten, die andere hätte etwas kaputt gemacht. In Wirklichkeit musste die Assistentin einfach dieselben Haken in ihren eigenen Bildschirmoptionen setzen.
Wenn du also mit mehreren Personen am Blog arbeitest: Sag ihnen, dass sie einmal oben rechts auf Ansicht klicken und die relevanten Boxen aktivieren sollen. Das spart Rückfragen.
Warum manche Taxonomien trotzdem nicht auftauchen
Manchmal setzt du alle Haken und eine bestimmte Taxonomie ist trotzdem nicht in der Liste. Das passiert, wenn ein Plugin seine Taxonomie ohne die Option show_in_nav_menus = true registriert hat.
Das ist kein Fehler von WordPress, sondern eine bewusste oder versehentliche Entscheidung des Plugin-Entwicklers. WordPress zeigt in den Bildschirmoptionen nur Inhaltstypen an, die explizit für die Menüverwaltung freigeschaltet sind.
Was kannst du tun?
- Prüfe, ob dein Plugin eine Einstellung dafür hat. Manche Plugins bieten unter ihren eigenen Einstellungen eine Option "In Navigationsmenüs anzeigen".
- Frag den Plugin-Support. Oft reicht ein kurzer Hinweis und der Entwickler ergänzt die fehlende Option im nächsten Update.
- Als letzter Ausweg: Du kannst den Menüpunkt als individuellen Link anlegen. Das funktioniert immer, ist aber weniger komfortabel, weil du die URL manuell pflegen musst.
Die häufigste Verwechslung
"Warum sehe ich Schlagwörter, aber nicht meine Rezeptkategorien?"
WordPress-Schlagwörter und WordPress-Kategorien sind Standard-Taxonomien. Die sind in der Bildschirmoptionen-Liste praktisch immer verfügbar. Rezeptkategorien hingegen kommen von deinem Rezept-Plugin -- das sind eigene Taxonomien mit eigenen Namen. In der Ansicht-Liste heißen sie dann nicht "Kategorien", sondern so, wie das Plugin sie benannt hat: "Küchen", "Gänge", "Recipe Categories" oder ähnlich.
Wenn du also "Kategorien" aktiviert hast, aber deine Rezeptkategorien nicht siehst: Du hast die WordPress-Kategorien aktiviert, nicht die Plugin-Kategorien. Scroll in der Ansicht-Liste weiter nach unten. Dort findest du die zusätzlichen Einträge deines Rezept-Plugins.
Mach das jetzt
Klick jetzt auf Ansicht oben rechts in deinem Menübereich und aktiviere alle Boxen, die du findest. Jede einzelne. Schau dir an, was links alles auftaucht. Du wirst wahrscheinlich Inhaltstypen entdecken, von denen du nicht wusstest, dass sie existieren.
Du musst nicht alles davon ins Menü einbauen. Aber du solltest wissen, was dein Blog an Inhaltstypen bietet. Gerade bei Foodblogs mit Rezept-Plugin sind die versteckten Taxonomien oft genau die, die deine Leser am meisten interessieren: Rezepte nach Küche, nach Gang, nach Ernährungsform.
Du siehst jetzt alle verfügbaren Inhaltstypen im Menübereich. Aber ein Menü hilft dir wenig, wenn es am falschen Ort angezeigt wird -- oder wenn du zehn Positionen zur Auswahl hast und nicht weißt, welche die richtige ist. In der nächsten Lektion schauen wir uns Menüpositionen an und klären, wie du dein Menü dort platzierst, wo es auch wirklich erscheinen soll.
Wenn du diese Lektion gelesen hast, markiere sie als abgeschlossen.
